Gemeinsamer Schreibworkshop für das Zine
Gemeinsamer Schreibworkshop für das Zine

Ankommen.Gestalten.Vermitteln

Kunstprojekt für Jugendliche einer Integrationsklasse

«Ankommen. Gestalten. Vermitteln.» ist ein partizipatives Kulturprojekt für Jugendliche einer RIK+-Klasse, die erst seit kurzer Zeit in der Schweiz leben. Im Zentrum steht die Beziehungsarbeit: Über eine regelmässige Präsenz über mehrere Monate entsteht ein verlässlicher Raum, in dem Vertrauen aufgebaut wird und die Jugendlichen mit ihren Interessen, Erfahrungen und Ressourcen wahrgenommen werden.

Auf dieser Grundlage erkunden wir gemeinsam kulturelle, soziale und politische Orte in Biel und entwickeln eigene Formen des Ausdrucks. Die Jugendlichen gestalten Beiträge für ein mehrsprachiges zwischentext-Zine und entscheiden selbst mit, welche Themen und Perspektiven sichtbar werden. Daraus entsteht schliesslich eine öffentliche Veranstaltung, die sie mitkonzipieren und mitgestalten.

Das Projekt versteht Ankommen als einen Prozess, der durch Beziehungen, Teilhabe und Selbstwirksamkeit ermöglicht wird.

Projekt von
  • Oana Popa
  • Artan Islamaj
Award-Teilnahme

2026

Impressionen

Schüler*in beim Erstellen eines Beitrags
Schüler*in beim Erstellen eines Beitrags © Oana Popa
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Oana Popa, Projektleiterin
Oana Popa, Projektleiterin © Marvin Girbig
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Schüler*in beim Erstellen eines Beitrags
Schüler*in beim Erstellen eines Beitrags © Oana Popa
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Oana Popa, Projektleiterin
Oana Popa, Projektleiterin © Marvin Girbig
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Schüler*in beim Erstellen eines Beitrags
Schüler*in beim Erstellen eines Beitrags © Oana Popa
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Oana Popa, Projektleiterin
Oana Popa, Projektleiterin © Marvin Girbig
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Fragen an die Projektmachenden

Wie willst du deine Idee umsetzen? Was brauchst du dafür?

Es braucht es vor allem ausreichend Zeit für die kontinuierliche Begleitung, eine enge Zusammenarbeit mit der Schule, geeignete Räume und Materialien sowie finanzielle Mittel für die Durchführung, Publikation und Veranstaltung. Unterstützend steht das zwischentext-Kollektiv mit Erfahrung in Kulturvermittlung, Publikation und Veranstaltungsorganisation zur Seite.

Was hat dich zu diesem Projekt inspiriert? Was treibt dich an?

Mich treibt meine eigene Erfahrung des Ankommens an. Ich kam als Jugendliche aus Rumänien in die Schweiz und kenne das Gefühl, in einer neuen Umgebung Orientierung zu suchen, eine neue Sprache zu lernen und gleichzeitig herauszufinden, wo der eigene Platz ist. Rückblickend waren es vor allem Beziehungen zu Menschen, die mir das Ankommen ermöglicht und mir das Gefühl gegeben haben, dazuzugehören.

Was möchtest du mit dem Projekt erreichen/ausprobieren?

Ich möchte herausfinden, was eine kontinuierliche kulturelle Begleitung mit dem Ankommen junger Menschen macht. Im Zentrum steht dabei nicht ein messbares Endprodukt, sondern die Frage, ob durch Beziehungen, kreative Arbeit und konkrete Erfahrungen von Teilhabe ein Gefühl von Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit entstehen kann.

Gleichzeitig möchte ich herausfinden, wie Begegnungen mit unterschiedlichen Berufsfeldern und Menschen auch ihre Vorstellungen davon beeinflussen, welchen Ausbildungs- oder Berufsweg sie einschlagen möchten.

Wo möchtest du dich in dem Projekt persönlich weiterentwickeln?

Ich möchte mich darin weiterentwickeln, langfristige Beziehungen als Teil künstlerischer und kultureller Arbeit aufzubauen und zu gestalten. Bisher habe ich viele Projekte in Form von Workshops, Veranstaltungen und einzelnen Vermittlungsformaten umgesetzt. Dieses Projekt gibt mir die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum mit derselben Gruppe zu arbeiten und genauer zu beobachten, was durch Kontinuität, Vertrauen und gemeinsame Erfahrungen entstehen kann.

Dabei möchte ich auch meine Rolle als Vermittlerin weiter hinterfragen: Wann ist es sinnvoll, Impulse zu geben, und wann sollte ich bewusst Raum lassen, damit die Jugendlichen eigene Entscheidungen treffen? Wie kann ich Strukturen schaffen, in denen unterschiedliche sprachliche Voraussetzungen nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt für gemeinsames Arbeiten verstanden werden?

Welche Werte sind dir in deinem Projekt besonders wichtig?

Im Zentrum stehen für mich Autonomie, Partizipation und Begegnung auf Augenhöhe. Die Jugendlichen sollen nicht einfach an einem vorgegebenen Programm teilnehmen, sondern eigene Interessen, Erfahrungen und Perspektiven einbringen und Entscheidungen über den Verlauf des Projekts mittragen.

Dabei ist mir wichtig, ihre Ressourcen ernst zu nehmen und ihnen Verantwortung zuzutrauen. Ich möchte eine Zusammenarbeit schaffen, in der nicht die erwachsene Person vorgibt, was gelernt oder produziert werden soll, sondern in der beide Seiten voneinander lernen können.
Auf Augenhöhe zu arbeiten bedeutet für mich auch, Machtverhältnisse sichtbar zu machen und immer wieder zu hinterfragen: Wer spricht? Wer entscheidet? Wessen Wissen zählt?

Wie trägt dein Projekt dazu bei, die Gesellschaft gerechter oder nachhaltiger zu gestalten?

Das Projekt setzt bei Teilhabe und Zugang an. Jugendliche, die neu in der Schweiz sind, erhalten die Möglichkeit, ihre Perspektiven einzubringen, kulturelle Orte kennenzulernen und ihre Umgebung aktiv mitzugestalten. Dabei geht es nicht darum, sie an bestehende Strukturen anzupassen, sondern darum, ihnen Raum zu geben, diese mitzugestalten.

Wo stehst du mit dem Projekt? Was sind nächste Schritte?

Das Projekt basiert auf einem ersten Durchlauf innerhalb eines anderen Projekts. Dabei habe ich die RIK+-Klasse bereits über einen längeren Zeitraum begleitet und gemerkt, dass bei den Jugendlichen grosses Interesse an den künstlerischen und kulturellen Aktivitäten besteht. Besonders die Möglichkeit, eigene Themen einzubringen und selbst etwas zu gestalten, hat sich als wertvoll erwiesen.

Diese Erfahrung hat mich darin bestärkt, den Ansatz weiterzuentwickeln und die Beziehungsarbeit über einen längeren Zeitraum ins Zentrum zu stellen. Ab November werde ich eine neue Rik+ Klasse regelmässig begleiten. Ab Januar werden wir konkret am Zine arbeiten.

Wo setzt du dein Projekt um? Wen möchtest du ansprechen?

Das Projekt findet in Biel/Bienne und insbesondere im Umfeld der RIK+-Klasse statt. Angesprochen werden Jugendliche, die erst seit kurzer Zeit in der Schweiz leben und sich in einem neuen sozialen, kulturellen und sprachlichen Umfeld orientieren.

Diese Inhalte wurden vom entsprechenden Projekt verfasst.

Weitere Informationen

Titelbild: Gemeinsamer Schreibworkshop für das Zine © Oana Popa