

Gut angezogen - auf wessen Kosten?
Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche 2026 unter dem Motto «Future Mode on» hat die Aktionsgruppe internationale Zusammenarbeit einen Event zum Thema nachhaltiger Kleiderkonsum organisiert. Am Event «Gut angezogen - auf wessen Kosten?» haben Expert*innen aus der Forschung, Praktiker*innen aus der Textilindustrie und Umsetzer*innen konkreter Projekte aus dem Raum Luzern das Thema aus ihrem jeweiligen Blickwinkel betrachtet und rücken so verschiedene Fragen ins Zentrum:
- Was bringt uns dazu, immer wieder neue Kleider anzuschaffen?
- Wie können wir nachhaltiger konsumieren?
- Gibt es konkrete Handlungen, die wir in unseren Alltag einbauen und so zu mehr Nachhaltigkeit in der Textilindustrie beitragen können?
- Was für einen Einfluss hat unser Konsum auf Länder im globalen Süden?
Die Schweiz ist Teil der globalisierten Welt. Unsere Politik und unser Konsum haben Auswirkungen weit über unsere Landesgrenzen hinaus. Der Textilsektor ist ein Beispiel dafür, wie sich unser Kaufverhalten auf die Menschen in ärmeren Ländern auswirkt.Angela Lindtfachstelle entwicklungspolitik caritas schweiz
Der Abend startete mit einem Input von Timo Bucher, dem Standortverantwortlichen des walk-in-closet Luzern. Er stellte das Projekt vor und zeigte auf, wie das Tauschprinzip im Kleidermarkt zu mehr Nachhaltigkeit und Freiheit beitragen kann. Im zweiten Input des Abends gab Angela Lindt, Leiterin der Fachstelle Entwicklungspolitik, dem Publikum einen eindrücklichen Einblick in die negativen Auswirkungen unseres Kleiderkonsums auf den globalen Süden. Während wir von einem Trend zum nächsten wechseln (Ultra Fast Fashion), türmen sich in Ländern des globalen Südens immer mehr Kleiderberge auf. Dadurch gelangen Chemikalien, Pestizide sowie Mikroplastik in die Umwelt und führen so zu Verschmutzung, die Mensch und Klima stark beeinträchtigen. Angela hat auch die problematischen Arbeitsbedingungen in der Kleiderindustrie wie fehlender Gesundheitsschutz, unfaire Arbeitsbedingungen und das Fehlen existenzsichernden Löhne thematisiert.
Anschliessend folgte eine moderierte Podiumsdiskussion. Als Fachexpertinnen ergänzten Pia Furchheim, Professorin für Marketing und Konsumentenforschung, und Rebekka Sommerhalder, Inhaberin und Geschäftsführerin der Glore GmbH, die Runde. Die Fachpersonen waren sich einig, dass im Textilsektor grosses Potenzial besteht, um unsere Welt nachhaltiger zu gestalten. Als Beispiel nannten sie Reparaturbeiträge, die bereits beim Kauf eines Kleidungsstücks bezahlt werden und es später ermöglichen, dieses professionell reparieren zu lassen. Diskutiert wurde auch die Verwendung natürlicher Rohstoffe für die Kleiderproduktion sowie die Notwendigkeit eines Umdenkens in Bezug auf den Wert unserer Kleidung.
Den Abschluss des Abends bildete ein Networking-Apéro. Die Freiwilligen der Aktionsgruppe haben selbst gebacken und damit den angeregten Austausch aller Beteiligten zusätzlich versüsst.
Unsere Podiumsgäste
Über die Aktionsgruppe IZA
Die Aktionsgruppe IZA ist eine Gruppe junger Freiwilliger, die sich zum Ziel gesetzt haben, verschiedene Aspekte rund um das Thema Internationale Zusammenarbeit sichtbar zu machen. Die Organisation dieses Podiumsevents, von der Entwicklung der Idee, über die Anfragen von Fachpersonen bis hin zur Planung des Rahmenprogramms wird von den Freiwilligen selbst übernommen.
Weitere Informationen
Kontakt

Sarina Wyrsch
Hochschulpraktikantin youngCaritas Schweiz+41 41 419 20 21swyrsch@caritas.ch
Titelbild: youngCaritas-Aktionsgruppe- IZA © youngCaritas