Kanderfirn Vernissage
Kanderfirn Vernissage

Kanderfirn – Wenn der Gletscher zum Eisbrecher wird

Immersive Ausstellung zum Kanderfirn-Gletschter

Der Kanderfirn-Gletscher befindet sich im hinteren Gasterntal im Berner Oberland und stellt den Ursprung der Kander dar. Ihr Wasser fliesst über die Aare und den Rhein bis nach Rotterdam. Mit einer aktuellen Eisdicke von rund 180 Metern liegt der Gletscher im Herzen der Berner Alpen, nur sechs Kilometer vom Grossen Aletschgletscher entfernt. In den kommenden 36 Jahren werden diese 180 Meter Eis schmelzen.

Im Sommer 2026 bringt das Projekt Kanderfirn diesen schmelzenden Gletscher in die Berner Altstadt. Die immersive Audio- und Videoausstellung macht die Dimensionen des Klimawandels greifbar. Die Ausstellung nimmt diese Entwicklung als Anlass, um unseren Einfluss auf den Klimawandel aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Projekt von

Jan Vils

Award-Teilnahme

2026

Impressionen

Vernissage
Vernissage © Nico Kobel
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Aufnahmen auf dem Kanderfirn
Aufnahmen auf dem Kanderfirn © Simon Frei
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Vernissage
Vernissage © Nico Kobel
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Aufnahmen auf dem Kanderfirn
Aufnahmen auf dem Kanderfirn © Simon Frei
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Vernissage
Vernissage © Nico Kobel
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Aufnahmen auf dem Kanderfirn
Aufnahmen auf dem Kanderfirn © Simon Frei
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Fragen an die Projektmachenden

Wie willst du deine Idee umsetzen? Was brauchst du dafür?  

Ich habe eine sehr coole Resonanz zur Ausstellung erhalten. Es kamen viele Leute, es hat ein bisschen Wellen geschlagen, vor allem weil es gerade im Hitzesommer war und auch während der Hitzeperiode. Es kam auch das SRF vorbei, das Regionaljournal, und hat einen kleinen Beitrag dazu gemacht. Das TeleBern war interessiert und im Bund kam es. 

Viele Leute fragten, ob es noch länger stattfindet, und ich sagte, nein, es ist nur eine Woche. Wenn es ein Budget gäbe, könnte ich versuchen, noch einen weiteren Gletscher zu machen, in eine andere Stadt zu gehen und das zu einem kleinen Projekt anzukurbeln, was ich sehr spannend fände. 

Was hat dich zu diesem Projekt inspiriert, was treibt dich an? 

Ich bin Schneesportlehrer, ich liebe es in den Bergen zu sein, ich liebe Schnee. Ich habe eine Animation von diesem Kanderfirn-Gletscher gesehen. Diese hat 180 Meter Eisdicke. Er ist zweimal so hoch wie das Münster, und in den nächsten 36 Jahren schmilzt er bei 1,5 Grad Klimaerwärmung. Das hat mich sehr berührt. Ich wollte also auf diesen Gletscher gehen, das aufnehmen, was wir Menschen sehen, wenn wir auf einem Gletscher stehen, und es den Leuten in die Städte, die nicht so oft in Kontakt kommen mit Gletschern, bringen.

Was möchtest du mit dem Projekt erreichen/ ausprobieren? 

Ich möchte eigentlich eine Art Immersion erzeugen, aber nicht mit einer Virtual-Reality-Brille oder einem coolen Projekt, sondern man soll wirklich im Raum stehen und um sich herum gucken, und dann halt das sehen, was man sieht, wenn man auf einem Gletscher steht, und das hören, was man hört, wenn man auf einem Gletscher steht.  

Wie trägt dein Projekt dazu bei, die Gesellschaft gerechter oder nachhaltiger zu gestalten? 

Ich habe ein Konzept eröffnet, und zwar den Handabdruck. Ich glaube, wir kennen alle den CO2-Fussabdruck. Ich beleuchtet, dass dieser von einer Marketingagentur für British Petroleum entworfen wurde, mit dem Ziel, uns alle etwas schuldig fühlen zu lassen, die Last des Klimawandels auf uns Individuen abzuwenden. 

Ich möchte ein positives Narrativ erzeugen, ich möchte wieder positiv über das Klima sprechen, sodass wir auch wirklich spüren, dass wir etwas machen können. Der Handabdruck ist ein Konzept, das von der German Watch, einer deutschen NGO, aufgearbeitet wurde, und das die Leute dazu animiert, Sachen zu machen, um anderen Leuten ein einfacheres Sprungbrett zu ermöglichen, klimafreundlich zu handeln.  

Welche Werte sind dir in deinem Projekt besonders wichtig?  

Mir ist der persönliche Kontakt mit den Menschen wichtig. Ich war während meiner Ausstellung immer froh, und habe es sehr geschätzt, auf die Gedanken, die die Leute hatten, einzugehen. Einige hatten Tränen, als sie es sahen, und sind lange nicht mehr auf die Gletscher gegangen, weil es ihnen geschmerzt hat, es zu sehen. Einige waren skeptisch, einige dachten, wir können ja nichts mehr machen, und dann kam ich mit dem Handabdruck, und es war so, "okay, gut, zumindest geben wir nicht auf." Das ist etwas, das ich cool finde: das Echte, das Event.  

Wo stehst du mit deinem Projekt? Was sind die nächsten Schritte?

Ich habe das als Abschlussarbeit für meine Fachhochschule gemacht, als Multimedia-Produzent. Ich hätte viel weniger machen müssen, aber ich bin da voll reingegangen, und ich kann noch nicht aufhören. 

Ich habe viel Freude daran bekommen, und ich würde es gerne weiterführen. Wenn es klappen würde, würde ich gerne den nächsten Gletscher aufnehmen, und diesen in eine andere Stadt bekommen, und vielleicht eine kleine Serie machen mit ein, zwei, drei Gletschern, die ich so aufnehmen könnte.  

Wo setzt du dein Projekt um? Wen möchtest du ansprechen?  

Ich möchte es in urbanen Gebieten umsetzen. Ich möchte die Berge, den Alpinismus, möchte ich runterbringen, in Gebiete, wo die Leute nicht so viel Berührung mit Gletschern haben.

Diese Inhalte wurden vom entsprechenden Projekt verfasst.

Weitere Informationen

Titelbild: Kanderfirn Vernissage © Nico Kobel