

MigrAction-Weekend 2020
Vom 10. bis 13. September fand das 7. MigrAction-Weekend von youngCaritas rund um die Themen Migration, Asyl und interkulturelles Zusammenleben in Baar (ZG) statt. Wir verbrachten ein super spannendes, intensives und langes Wochenende mit vielen Diskussionen, Inputs und Workshops von Fachpersonen und Spiel und Spass. Gemeinsam schauen wir nochmals auf vier ereignisreiche Tage zurück:
Mit dieser Frage beschäftigten wir uns als Einstieg zum MigrAction-Weekend, nach einem spielerischen Einstieg mit einem Kartenspiel, welches an jedem Gruppentisch mit unterschiedlichen Regeln gespielt wurde. Was passiert, wenn man vom alten Tisch zu einem neuen Tisch mit neuen Regeln, einer neuen Kultur, weiterzieht? Ausgehend vom Kartenspiele wurde anschliessend eine anregende Diskussion über die Begriffe «Kultur» und «Werte» geführt.
Was bedeutet Heimat? Was braucht es, damit man sich «zuhause fühlt». In einer spannenden Diskussion tauschten sich Maria, eine junge Frau, die 2012 in die Schweiz kam und als Teilnehmende am MigrAction-Weekend dabei war, und Mohammed aus, der bereits seit 1988 in der Schweiz lebt. Ein wichtiger Aspekt in Bezug auf die Integration ist die Erwerbstätigkeit. Zwei Jobcoaches für Flüchtlinge erklärten in einem nächsten Workshop die Abläufe in der Schweiz und teilten ihre Erfahrungen.
Am Nachmittag informierte uns Sylvie Heuschmann von der IOM Bern, einer zwischenstaatlichen Organisation, über Menschenhandel, Ressettlement und Rückkehrhilfe. Eindrücklich zeigte sie uns die diversen Hürden auf, mit denen sich Asylbewerbende konfrontiert sehen.
Ab Abschluss haben uns Jael Tobler vom One Happy Family Community Center auf Lesbos und Eva Ostendarp von SOS Méditerranée eindrücklich von der tödlichen Fluchtroute übers Mittelmeer wie auch der Situation auf der griechischen Insel Lesbos geschildert. In der anschliessenden Diskussion wurde insbesondere auch die Rolle der Schweiz kritisch reflektiert.
Rund 80 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Dabei findet ein Grossteil der Fluchtbewegungen im globalen Süden statt und tangiert Europa und die Schweiz nicht. Melanie Höchner von Caritas Schweiz führte uns nach Südamerika: In Venezuela sind Menschen bereits seit längerem Opfer eines zermürbenden, politischen Machtkampfes, der die Lebensumstände in Venezuela drastisch detonieren lässt. Anschliessend richteten wir den Fokus auf die Situation im Vielvölkerstaat Myanmar. Benedikt Kälin, Programmverantwortliche des Schweizerische Roten Kreuzes schilderte und die Hintergründe, die zu den grossen Fluchtbewegungen der muslimischen Minderheit der Rohingya von Myanmar nach Bangladesch führten. Anschliessend erhielten die Teilnehmenden in einer Live-Videoschaltung zu Nicola Malacarne, Regionalbüroleiter des SRK in Cox’s Bazar, Informationen aus erster Hand, wie die NGOs vor Ort agieren und mit den aktuellen Herausforderungen rund um die Covid-19-Pandemie umgehen.
Nach einem intensiven Morgen verdienten sich die Teilnehmenden am Nachmittag ein Freizeitprogramm. Einige Teilnehmenden erhielten eine Führung in der nahegelegenen Moschee, einige Mutige wagten ein kurzes Bad im kalten Fluss, andere blieben beim Haus und genossen die Sonne. Den letzten Abend konnten die Teilnehmenden bei einer Filmvorführung und Anschliessend am Lagerfeuer ausklingen lassen.
Viel neues zum Thema Migration und Flucht erfahren - doch wie kann ich selber aktiv werden? Genau zu diesem Zweck stellt das Projekt-Kaffee ein wichtiger Bestandteil zum Abschluss des Weekends dar. Dabei wurden einerseits die Freiwilligenangebote von youngCaritas vorgestellt, andererseits erhielten auch die Teilnehmenden die Möglichkeit, Projekte vorzustellen, bei denen sie sich engagieren. Diese wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten wurde von den Teilnehmenden wiederum sehr geschätzt.





