

Jugendverschuldung
Wann hast du das letzte Mal online etwas auf Rechnung gekauft? Hast du kürzlich von Kolleg*innen Bargeld fürs Mittagessen ausgeliehen?
Bei diesen alltäglichen Situationen handelt es sich um eine Form der Verschuldung. Schulden gehören zu unserem Alltag und sind in vielen Fällen nicht problematisch. Wo lauern jedoch grössere Gefahren? Wann muss man besonders gut aufpassen und was sind mögliche Folgen einer Überschuldung? Nachfolgend erhältst du wertvolle Hintergrundinformationen zum Thema Schulden.
Fragen und Antworten
Verschuldung ist zentraler Bestandteil unseres Wirtschaftssystems, etwa bei Hypotheken oder Krediten. Verschuldung ist für die Betroffenen nicht generell mit Schwierigkeiten verbunden. Problematisch wird es, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur verspätet bezahlt werden können. In diesem Fall wird von einer Überschuldung gesprochen.
Auslöser für eine Überschuldung sind meist persönliche Krisen wie Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Probleme oder eine Trennung/Scheidung. In diesen Lebensübergängen verändert sich die finanzielle Situation durch ein tieferes Einkommen oder höhere Kosten. Zudem sind solche Lebensphasen mit viel Stress und psychischer Belastung verbunden. Dies kann zu einer generellen Überforderung führen und dazu, dass die finanzielle Situation ausser Kontrolle gerät.
Die Schuldenproblematik ist in der Schweiz weit verbreitet. 2021 lebte jede neunte Person in der Schweiz (11.5%) in einem Haushalt, der einen Zahlungsrückstand aufweist.
Menschen mit einem Einkommen an der Armutsgrenze sind besonders gefährdet sich zu verschulden. Sie haben kaum finanzielle Reserven, weshalb ihr Budget schneller aus dem Gleichgewicht gerät. Sind sie einmal verschuldet, ist es für sie deutlich schwieriger wieder aus der Verschuldung zu kommen, da sie mit einem tiefen Lohn monatlich nur
wenig zurückzahlen können.
Viele Menschen in der Schweiz haben kaum finanzielle Reserven. So kann ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung eine unerwartete Ausgabe von 2500 Franken nicht innerhalb von einem Monat bezahlen.
Am häufigsten werden die Steuern und Krankenkassenprämien nicht rechtzeitig bezahlt. 5,8% der Gesamtbevölkerung der Schweiz bezahlt die Steuern nicht rechtzeitig, 4,8% sind es bei den Krankenkassenprämien. 76% der Menschen, die sich bei einer Schuldenberatung melden, haben Steuerschulden.
Je früher Schuldenprobleme angegangen werden, desto besser stehen die Chancen, einen Weg aus den Schulden zu finden. In der Schweiz gibt es verschiedene Schuldenberatungs-Stellen, welche einem in einer Verschuldungssituation unterstützen. Unter anderem bieten die regionalen Caritasorganisationen eine Sozial- und Schuldenberatung an.
Menschen, die überschuldet sind, warten meist mehrere Jahre bis sie sich Hilfe holen. Bei den meisten verschlechtert sich die Situation in dieser Zeit und der Weg aus den Schulden wird immer schwieriger. Grund für das lange Warten ist die Scham, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Viele glauben, dass sie selbst mit der Situation fertig werden und sehen es als Schwäche, professionelle Unterstützung zu benötigen.
Die Caritas und weitere Fachorganisationen im Bereich der Schuldenprävention empfehlen darum, frühzeitig eine regionale Schuldenberatung zu Kontaktieren
Ein sorgsamer Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag und eine kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Konsumverhalten sind wichtige Voraussetzungen, um Schulden zu verhindern. Dazu propagiert die Caritas folgende fünf Grundsätze:
- Ausgaben planen
- sich informieren und Entscheide bewusst fällen
- Überblick behalten
- Anspruch auf Unterstützung prüfen
- bei finanziellen Schwierigkeiten frühzeitig Hilfe holen
Zahlen und Fakten Verschuldung in der Schweiz
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Prozentder Schweizer Bevölkerung leben in einem Haushalt, welcher einen Zahlungsrückstand aufweist.
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Frankenbeträgt die durchschnittliche Schuldenhöhe von Menschen, die sich bei einer Beratungsstelle meldeten.
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Jahreoder länger dauert die Verschuldung bei über einem Viertel der Menschen, die sich bei einer Schuldenberatung meldeten.
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Prozentder Menschen, die sich bei einer Schuldenberatung meldeten, haben Steuerschulden.
(2023)
Weitere Informationen
Titelbild: Unterrichtsdossier Jugendverschuldung

