

Smart for Ukrain
In der Schweiz wird Gebäudeautomation oft als Luxus oder als Erleichterung im Alltag gesehen: Storen, Beleuchtung und Heizung reagieren automatisch und helfen, Energie zu sparen. Unsere Idee ist, diese Technik in ukrainischen Krisengebieten möglichst effizient, kostengünstig und energiesparend einzusetzen. Dort kann sie weit mehr leisten: Bei Blackouts soll sie den Notstrombetrieb regeln und bei Luftalarm die Beleuchtung gezielt dimmen. So möchten wir Gebäude widerstandsfähiger machen und Menschen im Ernstfall besser schützen – möglicherweise sogar Leben retten.
- Oliver Marti
- Michael Portmann
2026
Impressionen
Fragen an die Projektmachenden
Wie wollt ihr eure Idee umsetzen? Was braucht ihr dafür?
Wir haben in der Ukraine bereits zwei Pilotprojekte erfolgreich umgesetzt und dadurch wertvolle Referenzen und Kontakte gewonnen. Zurzeit sind wir im Austausch mit der Stadtverwaltung Zaporizhia und bauen unser Netzwerk mit Behörden und lokalen Partnern weiter aus. Für die nachhaltige Umsetzung weiterer Projekte sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
Was hat dich zu diesem Projekt inspiriert? Was treibt dich an?
Mich beeindruckt die Widerstandskraft, mit der die Menschen und Behörden in der Ukraine dem Krieg begegnen. Mein Projektpartner und ich sind ausgebildete Elektriker. Wir haben uns gefragt, wie wir unser in der Schweiz erworbenes Wissen dort sinnvoll einsetzen können. Viele der Gebäudeautomationssysteme, mit denen wir vertraut sind, gibt es bereits – doch in der Ukraine können sie für ganz andere, dringend benötigte Aufgaben genutzt werden. Mich treibt an, gemeinsam mit Menschen vor Ort solche Lösungen umzusetzen, unser Wissen weiterzugeben und damit auch zur Modernisierung der Infrastruktur beizutragen.
Was möchtet ihr mit dem Projekt erreichen/ausprobieren?
Wir möchten den Menschen in der Ukraine den Alltag unter Kriegsbedingungen etwas erleichtern. Gerade bei Stromausfällen im Winter soll die vorhandene Notstromenergie gezielt für wichtige Geräte eingesetzt werden, damit diese möglichst lange weiterlaufen können. Gleichzeitig möchten wir ausprobieren, wie sich auch ältere Geräte mit einfachen, nachrüstbaren Modulen in die Gebäudeautomation einbinden lassen. So können bereits vorhandene Anlagen sinnvoll genutzt werden, ohne alles ersetzen zu müssen.
Wo möchtest du dich in dem Projekt persönlich weiterentwickeln?
Ich möchte lernen, technische Lösungen noch stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vor Ort auszurichten. Gleichzeitig will ich mich darin weiterentwickeln, Projekte gemeinsam mit lokalen Partnern zu planen und auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig umzusetzen. Dabei möchte ich Verantwortung übernehmen und mein Fachwissen durch die Erfahrungen in der Ukraine erweitern.
Welche Werte sind euch in eurem Projekt besonders wichtig?
Verantwortung, Solidarität und praktische Hilfe sind die zentralen Werte unseres Projekts. Sie unterscheiden sich nicht von den Schweizer Werten, sondern spiegeln genau das wider, was hier als selbstverständlich gilt: verlässlich handeln, solidarisch sein und konkret helfen. Wir übernehmen Verantwortung, indem wir unser technisches Know-how dort einsetzen, wo es am dringendsten gebraucht wird. Solidarität heißt für uns, nicht wegzuschauen, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort Lösungen zu schaffen. Diese Werte leiten all unser Handeln.
Wie trägt euer Projekt dazu bei, die Gesellschaft gerechter oder nachhaltiger zu gestalten?
Unser Projekt trägt dazu bei, die Gesellschaft widerstandsfähiger und gerechter zu machen, indem es grundlegende Infrastruktur auch unter extremen Bedingungen funktionsfähig hält. Durch einfache, nachrüstbare Gebäudeautomationslösungen stellen wir sicher, dass Notstrom gezielt eingesetzt wird und kritische Bereiche auch bei Ausfällen weiter funktionieren. Das schützt besonders gefährdete Menschen, reduziert Energieverschwendung und stärkt lokale Strukturen. Gleichzeitig planen wir Schulungen für lokale Partner, damit diese die Systeme selbstständig betreiben, warten und bei Bedarf anpassen können. So entsteht nachhaltige Wirkung und weniger Abhängigkeit von externer Hilfe.
Wo steht ihr mit dem Projekt? Was sind nächste Schritte?
Wir haben zwei Pilotprojekte in der Ukraine umgesetzt; das zweite befindet sich in der Abschlussphase. Aktuell führen wir Gespräche mit der Stadtverwaltung in Zaporizhzhia über mögliche nächste Schritte. Geplant sind Projekte in öffentlichen Gebäuden, insbesondere in Verwaltungsgebäuden und in kritischer Infrastruktur wie Spitälern. Parallel dazu bauen wir unser lokales Netzwerk weiter aus und arbeiten am Aufbau einer rechtlichen Struktur, um künftige Projekte verlässlich umzusetzen und Finanzierungen zu sichern. Der nächste Schritt sind konkrete Folgeprojekte gemeinsam mit lokalen Partnern.
Wo setzt ihr euer Projekt um? Wen möchtet ihr ansprechen?
Wir setzen unser Projekt in der Ostukraine um, dort, wo die Auswirkungen des Krieges am stärksten spürbar sind. Zaporizhzhia ist ein Beispiel dafür. Dort sind wir bereits aktiv, aber auch andere Städte in der Region kommen infrage, je nach Bedarf und Sicherheitslage. Wir möchten zeigen, dass Technologien, die in der Schweiz oft als Komfort gelten, in Krisengebieten einen konkreten Nutzen haben können, etwa durch geregelten Notstrom und den Schutz von Menschen bei Angriffen. Wir sprechen damit sowohl die Schweizer Öffentlichkeit als auch lokale Partner in der Ukraine an. Ziel ist, praktische Lösungen aufzuzeigen und gemeinsam Strukturen zu schaffen, die vor Ort langfristig funktionieren.
Diese Inhalte wurden vom entsprechenden Projekt verfasst.
Weitere Informationen
Titelbild: Eindrücke aus dem Alltag bei Smart for Ukrain © Smart for Ukrain







